Kläranlage Winzer 

   
       
 

Entwicklung

      
 

Im Markt Winzer wurde mit der  systematischen Abwasserbehandlung  bereits 1956 begonnen. Durch die  Errichtung des Werkes der Bayerischen Milchindustrie (BMI) im Jahre 1968 änderten sich die Anforderungen an die Abwasserreinigung erheblich. Der Marktrat beschloss im Herbst 1969  die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für die Kanalisation und Kläranlage. Die Umsetzung dieser Planung war ein Kraftakt des Marktes Winzer, der schließlich mit dem Bau der Kläranlage an der Donau im Jahre 1976/77 seinen Höhepunkt fand. Die Kläranlage wurde auf dem Grundstück Fl.-Nr.  2310 Gemarkung Neßlbach bei Flusskilometer 2261   mit einem Kosten-aufwand von 1,8 Mio € errichtet. Die steigenden Anfor-derungen durch  die gesetzlichen Vorgaben und erhöhten

 
  Abwasserfrachten durch die BMI und den Anschluss von immer mehr Ortsteilen, erforderten ständig weitere Investitionen (siehe Tabelle 1). Dadurch ist heute die Reinigungsleistung der Kläranlage ein wichtiger Standortfaktor und ein enormer  Beitrag zum Gewässerschutz.    
       
       
 

Beschreibung 

   
 

Das Klärwerk vom ursprünglichen Typ Schreiber Gegenstromrundbecken Die Reinigungsleistung ist auf 33.300 Einwohnergleichwerten ausgelegt.

Der Abwasserzulauf getrennt nach Kommunal- und Molkereiabwasser erfolgt im Betriebsgebäude und wird weiter über das Rechenhaus zum belüfteten Sandfang geleitet. Von hier aus wird das Abwasser in das Herzstück der Kläranlage,  bestehend aus zwei Kombinationsbecken mit innenliegenden Nachklärbecken (je 520 m³) und außenliegenden Belebungsbecken (je 2840 m³), geleitet. Eine Phosphatfällungsanlage, Schlammeindicker und ein Nassschlammspeicher mit einem Volumen von ca. 1200 m³ komplettieren die Anlage. Zur Schlammentwässerung, vor allem in den Wintermonaten, dient eine Zentrifuge (Decanter).

 
       
       
 

Funktionsweise

   
      

Das Klärwerk unterteilt sich in drei Reinigungsstufen. Die Reinigungsleistung ist in der Tabelle 2 ersichtlich.

1. Stufe: Mechanische Reinigung
Durch eine Siebtrommelanlage werden Grobstoffe (Textilfasern, Haare, Papier, Kunststoffe und Laub) größer als 5 mm aus dem Abwasserstrom entfernt, gewaschen und über eine Rechengutpresse entwässert und entsorgt.

Weiter durchläuft das Abwasser einen belüfteten Langsand- und Fettfang, hierbei werden Sand und andere mineralische Stoffe, sowie Fette, Öle und Schwimmstoffe abgeschieden und getrennt entsorgt.

2. Stufe: Biologische Reinigung
In zwei parallel betriebenen Belebungsbecken mit je 2840 m³  werden durch Mikroorganismen die organischen Stoffe des Abwassers abgebaut und anorganische Stoffe teilweise oxidiert. Hierbei werden Kohlenstoffverbindungen größtenteils zu Kohlenstoffdioxid und Biomasse umgesetzt. Durch spezielle Steuerung der Nitrifikations- bzw. Denitrifikationszeiten wird der Abbau von Stickstoffverbindungen gewährleistet.

In der Nachklärung wird durch Separation Klarwasser abgezogen und dem Vorfluter zugeführt. Die bei der Reinigung anfallende Biomasse ( Klärschlamm 12000 m3/jährlich ) wird zum Teil landwirtschaftlich verwertet.

In den Wintermonaten außerhalb der Vegetationszeit kommt ein Decanter zur maschinellen Entwässerung zum Einsatz. Der entwässerte Schlamm wird der landbaulichen Verwertung zugeführt.

3. Stufe: Chemische Reinigung
Durch Zugabe von jährlich ca. 270 Tonnen FeClSO4 Eisen-III-chloridsulfat-Lösung, werden  die vom Gesetzgeber geforderten Einleitungsbestimmungen bezüglich der Phosphor-Konzentration im Ablauf durch Simultanfällung gewährleisten.


Tabelle 1
Hauptinvestitionen

Anlage

Zeitraum 

Kosten in €

Klärbecken, Betriebsgebäude, Schlammspeicher

1976 bis 1977

1.800.000,--

Rechengebäude

1992

    360.000,--

Erweiterung der Belüftung

2002 bis 2005

    675.000,--

Schlammentwässerung

2004 bis 2005

    390.000,--

                               


Tabelle 2

Reinigungsleistung der Kläranlage als Abbaugrad in %

Die durchschnittliche Belastung beträgt ca. 20.000 Einwohnergleichwerte (450.000 kg BSB5)

Parameter zur Reinigungsleistung

Abbaugrad in %

Chemischer Sauerstoffbedarf CSB

97 %

Stickstoff

85 %

Phosphor

97 %